Das Petra Prinzip

December 22, 2005

Unsichtbares rosafarbenes Einhorn

Filed under: Beispiel,Literatur — by petraprinzip @ 5:26 pm

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Das unsichtbare rosafarbene Einhorn (engl. invisible pink unicorn, Abk. IPU) ist die weibliche Gottheit einer satirischen Religionsgemeinschaft, die damit theistische Glaubensansichten parodiert. Zentrales Element ist die Einhorngestalt der Göttin, die paradoxerweise sowohl unsichtbar als auch rosafarben sein soll. Die Idee stammt aus der englischsprachigen Newsgroup alt.atheism, wo die Figur zu Anfang der 1990er erstmals erwähnt wird.

Während allgemein angenommen werden darf, dass es keine echten Gläubigen gibt, erreichte das Phänomen doch besonders auf Websites und in Online-Diskussionsforen mit atheistischem Hintergrund eine gewisse Popularität, die einerseits wohl auf dem humoristischen Element beruht, andererseits aber auch auf der beabsichtigten satirischen Kritik am Theismus. Durch das “Bekenntnis” zum unsichtbaren rosafarbenen Einhorn soll auch gezeigt werden, dass es schwierig bis unmöglich ist, den Glauben an Phänomene, die sich außerhalb der gewöhnlichen menschlichen Wahrnehmungsmöglichkeiten befinden, zu widerlegen.

Mit dem unsichtbaren rosafarbenen Einhorn kann auf die schlechte logische Untermauerung des Glaubens an Übernatürliches aufmerksam gemacht werden, beispielsweise durch die bloße Ersetzung des Wortes “Gott” in theistischen Texten durch die Wörter “unsichtbares rosafarbenes Einhorn”. In der FAQ von alt.atheism heißt es dazu:

“Der Sinn dieser Albernheit besteht darin, den Theisten vor Augen zu führen, dass ihre Predigten den Atheisten wahrscheinlich ebenso glaubwürdig und ernsthaft erscheinen, wie ihnen selbst das Predigen des unsichtbaren rosafarbenen Einhorns durch die Atheisten […]”

Inhaltsverzeichnis

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Geschichte

Das IPU wurde offenbar hauptsächlich in der Netzkultur populär: Zusätzlich zu alt.atheism, wo das IPU immer noch oftmals in Diskussionen auftaucht, gibt es einige Webseiten, die sich der Gottheit widmen. Die früheste schriftliche Erwähnung liegt vermutlich zwischen den Jahren 1990 oder 1992 in der Usenetgruppe alt.atheism, wo die Göttin “offenbart” wurde. Aber es gibt auch andere Berichte, nach denen das IPU bereits vor 1990 in Gesprächen thematisiert wurde. Vermutlich war die Gottheit also bereits vor 1990 bekannt.

Das Konzept wurde von 19941995 von einigen CollegeStudenten auf der ISCA Mailbox weiterentwickelt. Die Studenten schrieben ein Manifest (vermutlich inzwischen verloren), das eine detaillierte, unsinnige, aber dennoch innerlich konsistente Religion begründet, die auf einer Mehrzahl unsichtbarer rosafarbener Einhörner basiert. Aus diesem Manifest stammt eines der bekannteren Zitate:

Unsichtbare, rosafarbene Einhörner sind Wesen mit großer spiritueller Macht. Wir wissen dies, da sie fähig sind, gleichzeitig rosafarben und unsichtbar zu sein. Wie alle Religionen basiert der Glaube an das Unsichtbare rosafarbene Einhorn auf Glauben und Logik, wir glauben, dass es rosafarben ist, aber logisch betrachtet wissen wir, dass es unsichtbar ist, da wir es nicht sehen können.” – Steve Eley

Eleys Manifest erklärte einige weitere absonderliche Aspekte des Glaubens an das IPU, wie zum Beispiel die Vorliebe für Rosinenbrot (symbolisiert das sich ausbreitende Universum) und die Verbindung zu verlorenen Socken. Eley nannte sich selber den “Obersten Advokat und Sprecher” der Religion und benannte eine Reihe von Hohepriestern, gemäß der Überzeugung, dass der, der die Evangelien schreibt, die wahre Macht innehat und auch niemals gemartert wird. Die erste dieser Hohepriesterinnen war Natalie Overstreet, die auch obiges Zitat durch ihre Usenet-Signatur bekannt machte.

Glaubenssätze

Üblicherweise wird bei der Diskussion über das Einhorn darauf verwiesen, dass wegen seiner Unsichtbarkeit niemand seine Nichtexistenz beweisen könne. Die beiden definierenden Eigenschaften “Unsichtbarkeit” und “Rosa Farbe” sind inkonsistent und widersprüchlich, was Teil der Satire ist.

Es gibt unter den vorgeblichen Anhängern Dispute um weitere Attribute des unsichtbaren rosafarbenen Einhorns, so beispielsweise darum, ob die Unsichtbarkeit etwa nur für diejenigen bestehe, die nicht an das Einhorn glauben. In diesen teilweise verschlungenen Debatten wird oft kunstvoll argumentiert, wodurch die Ernsthaftigkeit der komplizierten theologischen Dispute verschiedener Religionen parodiert wird. Konsens besteht meist gerade über die für eine Göttin am unpassendsten erscheinenden angeblichen Eigenschaften. So soll das Einhorn eine Vorliebe für Pizza mit Schinken und Ananas pflegen. Einige Vegetarier bestreiten dies jedoch und behaupten, die Göttin ziehe Pilze dem Schinken vor, über die Ananas besteht jedoch weitgehende Einigkeit. Ebenso gilt als allgemein anerkannt, dass das unsichtbare rosafarbene Einhorn Peperoni verschmäht.

Eine andere von den meisten Anhängern geteilte Auffassung ist die, dass das unsichtbare rosafarbene Einhorn Socken “entrückt”. Dies soll die Erklärung für das anders angeblich unerklärbare Verschwinden von Socken sein. Das Verschwinden von Socken aus der Wäsche wird von “Gläubigen” als Zeichen der Zuneigung der Göttin intepretiert, von anderen aber auch als Zeichen ihrer Missgunst. Für einige kommt es auf die Art der entrückten Socken an. Skeptiker empfehlen jedoch, den Grund für die verschwundenen Kleidungsstücke in der Waschmaschine zu suchen.

Die Stelle, die in den abrahamitischen Religionen vom Teufel eingenommen wird, besetzt im religiösen Weltbild der Einhorngläubigen die Lila Auster.

“Und ich sah die Unwürdigkeit in IHREN Augen, denn ich war ein Sünder, verdammt dazu, mein Dasein in Gegenwart der unheiligen Lila Auster zu fristen, ihre Schale zu bohnern und ihre verachtenswürdigen, schleimigen Füße zu massieren. Denn sie hat wahrlich Füße und auch Beine und Zehen, die ihr Herrschaft verleihen über die Muscheln des Meeres und ihr erlauben, zu den Kindern des Menschengeschlechts zu wandeln, um sie bis zur Zerstörung zu verführen.”
— Die Offenbarung von Sankt Bryce dem Langgewundenen (Teilweise), Kapitel 1, Vers 9 – 11

Die Lila Auster (engl. Purple Oyster, manchmal Purple Oyster of Doom) soll einmal ein Diener des unsichtbaren rosafarbenen Einhorns gewesen sein, der verstoßen wurde, als er Gläubige zur ketzerischen Ansicht verführt habe, dass Peperonipizza mit Pilzen der Göttin besser gefalle als solche mit Ananas und Schinken. Am Letzten Tage, dem “Tag von Hafer und Heu”, erwarten die Anhänger des Glaubens die Beilegung der Feindschaft und den Wiedereintritt der Auster in die Dienste der Göttin.

Ungläubige soll das unsichtbare rosafarbene Einhorn laut Eleys Manifest angeblich mit Stichen ihres Horns strafen. Insektenstiche, die üblicherweise auf Stechmücken zurückgeführt werden, würden nicht von diesen verursacht. Die Mücken umschwirrten lediglich die Göttin und stächen nicht selbst.

Ikonographie

Leere Bilder werden oft als Darstellungen des unsichtbaren rosafarbenen Einhorns verwendet, um seinen Aspekt der Unsichtbarkeit visuell zu betonen.

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Leere Bilder werden oft als Darstellungen des unsichtbaren rosafarbenen Einhorns verwendet, um seinen Aspekt der Unsichtbarkeit visuell zu betonen.

Darstellungen des unsichtbaren rosafarbenen Einhorns zeigen üblicherweise entweder ein verblassendes rosa Fabeltier oder schlicht nichts. Auf Fotos von “Sichtungen”, die als Scherz im Web veröffentlicht wurden, ist stets nichts anderes zu erkennen als eine unspektakuläre Ansicht des Ortes, an dem die Sichtung angeblich stattgefunden haben soll – die Göttin selbst ist immer “unsichtbar”.

Benutzer von alt.atheism entwarfen auch ein [Logo[1]] mit einem stilisierten Einhornkopf. Verschiedene Anbieter vertreiben mittlerweile T-Shirts, Kaffeetassen und andere Artikel mit diesem Zeichen. Ein Anbieter dieser Artikel beschreibt das Einhornlogo als subtiles Mittel für Atheisten, um Gesinnungsgenossen zu erkennen, ohne ein Zeichen verwenden zu müssen, das religiöse Menschen kränken könnte.

Der Name des unsichtbaren rosafarbenen Einhorns wird im scherzhaften Diskurs stets von bekräftigenden Beiworten begleitet, was an die islamische Sitte erinnert, den Namen der Propheten Eulogien beizufügen. Diese werden oft abgekürzt. Es folgen verbreitete Formeln mit ihren Übersetzungen und Abkürzungen.

  • “Blessed Be Her Holy Hooves” (“Gesegnet seien Ihre Heiligen Hufe”) / bbhhh
  • “Peace Be Unto Her” (“Frieden Sei Mit Ihr”) / pbuh
  • “May Her Hooves Never Be Shod” (“Mögen Ihre Hufe Niemals Beschlagen Werden”) / mhhnbs

Ähnliche Phänomene

Der Wissenschaftsautor Carl Sagan entwickelte in seinem Essay Der Drache in meiner Garage die Idee eines unsichtbaren Drachen, der hitzeloses Feuer spucke.

Von der US-amerikanischen Freidenkerbewegung ist bekannt, dass im Unterricht ihrer Sommerlager zu vergleichbaren religionskritischen Zwecken ein hypothetischer “unsichtbarer grüner Drache” diskutiert wird.

Siehe auch

Weblinks

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December 20, 2005

Das Dilbert-Prinzip

Filed under: Argument,Beispiel,Literatur,These — by petraprinzip @ 12:41 pm

Hier gibt es die ersten Nachfolgeprinzipien 😉

http://de.wikipedia.org/wiki/Dilbert-Prinzip

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Die Bezeichnung “Dilbert-Prinzip” rührt von der Comic-Serie Dilbert her und taucht erstmals 1994 in einem Artikel des Dilbert-Schöpfers Scott Adams im Wall Street Journal auf. Adams führte seine Studien zum Dilbert-Prinzip in einem Buch gleichen Titels aus, das in manchen BWL– und MBA-Studienprogrammen zur Pflichtlektüre gehört.

Das Dilbert-Prinzip ist eine Abwandlung des bekannteren Peter-Prinzips von Laurence J. Peter und Raymond Hull. Nach der Theorie des Peter-Prinzips steigt jeder Beschäftigte bis zu einer Stufe im Unternehmen auf, deren Anforderungen er nicht mehr gewachsen ist. Der Aufstieg erfolgt, weil die Person auf der bisherigen Stufe erfolgreich war.

Das Dilbert-Prinzip dagegen behauptet, die ineffizientesten Arbeiter würden unverzüglich ins Management versetzt, wo sie den geringsten Schaden anrichten könnten. Dadurch verfügt die Person im Management weder über die notwendigen sozialen Eigenschaften eines Managers, noch über die fachlichen Kenntnisse bezüglich des von ihr gemanagten Bereiches. In dieser tragischen Situation wird der auch von persönlichen Marotten gebeutelte Mensch in seiner Hilflosigkeit ganz zum Medium der übergeordneten Zwänge – dem Markt, dem Kunden, dem Vorgesetzen.

In seinem Buch Das Dilbert-Prinzip versucht Scott Adams an verschiedenen realen Beispielen nachzuweisen, dass das Dilbert-Prinzip sich immer weiter durchsetzt, obwohl es bestimmt nicht von den einzelnen betroffenen Personen beabsichtigt ist.

Hübsche Darstellung auch hier

Filed under: Beispiel,Literatur — by petraprinzip @ 12:37 pm

http://renephoenix.de/index.php?bid=836

Das Peter-Prinzip (23.01.2005, 18:00)

Am vergangenen Mittwoch hatten wir im Fach Management-Techniken einen sehr interessanten Vortrag von Katja Brunner – und zwar ging es um das Peter-Prinzip von Laurence J. Peter.

Er untersuchte, warum es in vielen Berufen unfähige Menschen gibt – und das völlig unabhängig von der Branche. Egal ob Richter, Ärzte, Handwerker oder Manager, alle sind davon betroffen. Das Phänomen tritt insbesondere bei höheren Stufen einer Hierarchie auf. Meistens erwicken die Betroffenen, daß sie alles wüßten und in der Hand haben, werden aber meist von den unteren Schichten in die richtige Bahn koordiniert. Die zentrale Aussagen, die Peter dazu machte:

In einer Hierarchie neigt jeder Beschäftigte dazu, bis zu seiner Stufe der Unfähigkeit aufzusteigen.

Das Dramatische: wir können uns diesem Prinzip nicht entziehen, denn wir leben alle in einer Hierachie. In dieser haben wir eine bestimmte Position. Er teilt die Menschheit in drei Stufen:

  • unfähige Menschen (diese haben die Stufe der Unfähigkeit bereits erreicht)
  • mäßig befähigt (sind für Beförderung geeignet)
  • sehr befähigt (sind zwar für Beförderung sehr geeignet, stellen aber eine Gefahr dar)

Ist man also prinzipiell qualifiziert, so wird man in die nächsthöhere Stufe befördert. Dieses Spiel geht so weiter, bis man in einer Position ankommt, in der man überfordert bzw. unfähig ist. Folglich kann man auch nicht weiter befördert werden. Das System hört also eine Stufe zu spät auf – und Rückstufungen sind in der Praxis selten anzufinden. Noch einmal für Informatiker:

foreach (mensch)
{
while (mensch == fähig)
{
befoerderung(mensch);
}
}

Peters Fazit:

Nach einer gewissen Zeit wird jede Position von einem Mitarbeiter besetzt, der unfähig ist, seine Aufgaben zu erfüllen.

Wer also bereits diese Stufe erreicht hat, hat keine Ahnung von den eigentlichen Aufgaben – und verliert sich in Nebensachen.

Die Arbeit wird von den Mitarbeitern erledigt, die ihre Stufe der Inkompetenz noch nicht erreicht haben.

Nun blieben im Grunde genommen nur noch die Frage der besonders fähigen Mitarbeiter. Doch sie scheiden meist sehr früh aus, denn die Super-Kompetenz gefährdet diese Hierarchie. Dadurch ist eher mit Entlassung als mit Beförderung zu rechnen.

Daneben gibt es noch weitere Nebeneffekte:

  • Geräuschlose Sublimierung (Pseudo-Beförderung, er bleibt auf der selben Ebene und der externe Beobachter wird getäuscht. Mögliche Ursachen: Vertuschung von Mißerfolgen, Stimulanz des Betriebsklimas (»wenn der befördert wird, habe ich auch Chancen«), Schutz der Hierarchie)
  • Seitliche Arabeske (ebenso Pseudo-Beförderung, kein höher Rang, evtl. längerer Titel. Ist in großen Hierarchien sehr leicht möglich)
  • Peters Umkehrung / Inversion (Personen, die stets alles korrekt und genau machen, sind Bedarfsautomaten. Für den externen Bebachter sind sie unfähig. Aber intern funktioniert die Zusammenarbeit – unabhängig von der Leistung, daher ist eine Beförderung möglich)
  • paternalistische Zugang (Neuer Mitarbeiter bekommt sofort einen hohen Posten, häufig bei Familienunternehmen auffindbar, wenn Nachwuchs plötzlich das Geschäft leiten soll. Er erreicht somit schneller diese Stufe.)

Nun ist das Individum meist mit einer Stufe unzufrieden – und will befördert werden. Peter nennt ein paar Möglichkeiten, dies zu beschleunigen. Das Vitamin B spielt eine große Rolle, insbesondere zu Menschen, die in der Hierarchie darüber stehen und für den Aufstieg behilflich sein können. Der Ehrgeiz spielt dabei ebenso eine Rolle. Er funktioniert nur, wenn es kein »Dienstalterprinzip« gibt.

Jedoch haben ehrgeizige Menschen meist ein Problem: das Erfolgssyndrom – spürbach an Nervenzusammenbrüchen, Magengeschwüren und Schlaflosigkeit. Entweder es ist ein Pseudo-Erfolgs-Syndrom, weil man noch Karrieresprünge vor sich hat – oder es ist das Endplatzierungssyndrom, falls die Stufe der Inkompetenz erreicht ist.

Im Detail nennt er folgende Erscheinungen:

  • Phonophilie (kontaktschwache Persönlichkeit, die sich in Telefonen verzetteln)
  • Papyrophobie (Papier erinnert ihn an Arbeit. Also kann er es nicht leiden, welches auf seinem Schreibtisch zu haben)
  • Papyromanie (Viel Papier macht stark den Eindruck, daß man mehr zu tun hat, also häufen sich die Berge)
  • Ordnungswahn (Vorgänge und Akten werden sortiert, aber nicht erledigt. Sehr vergangenheitsbezogen)
  • Tabula-Gigantismus (Streben nach dem größten Schreibtisch)
  • Rigor cartis (Jeder Geschäftsvorfall muß in Richtlinien, Weisungen oder Ablaufdiagrammen eingeordnet werden)
  • Wanken und Wackeln (Probleme werden stehen gelassen, bis sie sich erledigt haben – oder zu spät sind)
  • Structurophilie (Bauwut, zwanghafte Beschäftigung mit Umbaumaßnahmen, aber ohne den Blick, was damit bezweckt wird)

Peter nennt zwei Maßnahmen, mit der sich der einzelne Mensch wehren kann:

  • Schöpferische Unfähigkeit (man ist fähig, stellt sich aber unfähig, ohne daß diese gespielte Unfähigkeit erkannt wird – dann wird man nicht befördert)
  • Direkte Ablehnung der Beförderung (kann als Undankbar empfunden werden)

Aus Sicht des Managment gibt es folgende Strategien, dem Peter-Prinzip entgegenzuwirken

  • klare Trennung zwischen Leistungsbeurteilungen an einem Arbeitsplatz – und Potentialbeurteilungen
  • Erstellung eines Anforderungsprofils, welches mit dem Potentialprofil abgeglichen wird.
  • externe Begutachter
  • auch Abwärtsmobilität berücksichtigen (z.B. Beförderung auf Zeit)
  • besonders fähige Leute, die wichtige Leistungen erbringen, zwar befördern (mehr Geld, besserer Titel), aber das bisherige Tätigkeitsgebiet erhalten lassen.

Ob eine Person bereits die Stufe der Inkompetent erreicht hat, kann man einfach diagnostizieren, Man stellt einfach die Frage, ob die betreffende Person überhaupt noch eine nützliche Arbeit leistet. Nun kann die Antwort wie folgt lauten:

  • Ja -> kann noch befördert werden (Pseudo-Erfolg)
  • Nein -> Stufe der Inkompetenz erreicht (Endplazierung)
  • weiß nicht -> man hat selber diese Stufe erreicht

Insgesamt ist das Peter-Prinzip mit Satire zu verstehen – und liefert die Erklärung für viele Beobachtungen aus der Praxis. Der Ausgangspunkt ist stets die falsche Beförderung – und die Hierarchie. Daher sollte man stets selbstkritisch prüfen, ob man eine neue Position auch ausfüllen kann.

Weiterführende Informationen:

Gefundene Meinungen zum Peter-Prinzip:

  • Kassandra meint: »Es gibt Menschen, die ihre Stufe der Inkompetenz mit ihrer Geburt erreicht haben«
  • »Einmal gehört, kann man das Peter-Prinzip nie wieder vergessen.« (Das stimmt 😉 )

Bisherige Kommentare

Kathi (23.01.2005, 18:49)

jaja das peter-prinzip…das is ja so ne sache…die stufe der inkompetenz….da gibt es ja dann viele arten wie sich das äussern kann…z.B. durch Papyrophile, Papryomanie, Tabula Gigantismus etc….ich finds auf jedenfall spannend sich ma damit zu beschäftigen….

[Pablo] (24.01.2005, 14:26)

Wirklich sehr interessant… Das letzte Zitat wird wohl auf mich zutreffen werden 😉

[Sahanya] (24.01.2005, 17:34)

Schön, dass die eigenen Beobachtungen mal durch eine wissenschaftliche Theorie gestützt werden.

Kathi ausm westen (27.01.2005, 17:13)

das hast du aber schön weitergeführt..findsch richtig gut…..

RatzePeng (28.01.2005, 20:58)

http://de.wikipedia.org/wiki/Dilbert-Prinzip

[T$] (28.01.2005, 21:19)

Da hats schön viele subtile Seitenhiebe drin… gefällt mir ;D

Aber sag mal, die Schleife sieht mir falsch gebaut aus: Jemand, der schon von Anfang an unfähig genug ist, wird eigentlich überhaupt nicht befördert ^^

[René] (29.01.2005, 00:13)

@T – genau. Aber do-while verstehen dann doch eher die Nichtinformatiker 😉

nexes (26.02.2005, 10:30)

man könnte das ganze ja in einem thread verpacken. zwei parallel laufende angestellte einer fähig einer schon von anfang an unfähig, dann noch einen C2 Test drüber laufen lassen und die frage ob man überhaupt befördert wird wenn man von anfang an unfähig ist ist sogar empirisch bewiesen 😉

Der Eröffnungstag ;-)

Filed under: Literatur — by petraprinzip @ 12:14 pm

Ab jetzt gibt es auf Technorati einen Petra Prinzip Tag.

<a href=”http://technorati.com/tag/Petra+Prinzip” rel=”tag”>Petra Prinzip</a>

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Was eigentlich will das Weib?

Filed under: Abschnitt,Argument,Beispiel,Literatur,These — by petraprinzip @ 11:09 am

Der regierende Feminismus ist erstarrt: Noch immer sieht er Frauen nur als Opfer / Essay von Mariam Lau

Nehmen wir an, dem Besucher einer fernen Galaxie fiele ein Bündel von Verlautbarungen unserer Frauenpolitikerinnen in die Hände, und er versuchte, aus diesem ein Bild von der Lage der Frau zu konstruieren: Er käme zu katastrophalen Ergebnissen. Gerade hat unter dem Vorsitz von Frauenministerin Christine Bergmann eine Konferenz zum Thema “Gewalt gegen Frauen ­ Maßnahmen zur Bekämpfung von häuslicher Gewalt” in der europäischen Union begonnen. In einem Interview kommentierte die Ministerin, der Schutz des Staates dürfe künftig nicht mehr vor der Haustür haltmachen.

Unser Marsianer übersetzt sich diese Perspektive in eine Schreckensvision: Überall da, wo es keine öffentliche Kontrolle gibt, sind Frauen potentielle Opfer von Gewalt; je privater die Situation, desto gefährlicher. Also: Das vor kurzem durchgeboxte Gesetz gegen Vergewaltigung in der Ehe, für das man sich in frauenpolitischen Kreisen noch immer auf die Schulter klopft, hat nicht ausgereicht; es braucht wohl einen direkten staatlichen Zugriff auf die Wohnung, der dann womöglich auch nicht mehr lange auf eine Anzeige durch die betroffene Frau warten muß, sondern aus eigenem Antrieb tätig werden kann. Man weiß ja, wie eingeschüchtert Frauen durch jahrelange Gewaltverhältnisse sind . . .

Nirgends kommt die trostlose Lage der Frauenbewegung, 30 Jahre nach ihrer Entwicklung aus dem Schoß der Studentenbewegung, deutlicher zum Ausdruck als in der verzweifelten Konzentration auf etwas derart Vages, Metaphorisches und Beliebiges wie “Gewalt”. Ihr sind die Themen ausgegangen. Angesichts einer durchgesetzten rechtlichen Gleichstellung, der es aber nicht gelungen ist, alle Wirkungen des Geschlechtsunterschiedes zu überwinden, weiß sie nicht mehr: Was will das Weib? Sie will es auch gar nicht wissen. Wie eine in Bernstein gefangene Fliege ist das “Bewegte” an ihr geronnen zu einem starren Apparat von Frauenbeauftragten, Gleichstellungsbeamtinnen und Ministerinnen, die nicht mehr anders können, als sich ihre Klientel als Opfer vorzustellen. Wer Gewalt gegen Frauen nicht für das Thema hält, ist ihr bereits zum Opfer gefallen oder ein Kollaborateur, der drüben bei den Männern Karriere machen will.

Der Begriff der Gewalt wird hier bis zur Lächerlichkeit gedehnt. In dem berühmtesten aller Frauenratgeber, “Unser Körper, unser Leben”, heißt es beispielsweise: “Gewalt gegen Frauen ist eine alltägliche Erfahrung. Die Anmaßung, mit der Männer auf der Straße Frauen begegnen, ist ebenso ein Zeichen für ihren Machtanspruch wie die zahlreichen realen oder Phantasiebilder, mit denen wir in Fernsehsendungen, Filmen und vor allem in der Werbung konfrontiert werden. . . . Mindestens dreißig spezifische Situationen in unserem sozialen Zusammenleben wurden unterschieden, ein breites Spektrum, das Sterilisationsmißbrauch, Pornographie, Mißbrauch von medikamentösen Behandlungen, Erzeugung von Selbsthaß und ökonomische Unterdrückung erfaßt.”

Angesichts dieses in der Tat “breiten Spektrums” wird wohl niemand mehr bestreiten wollen, daß es sich eher um eine Art metaphorischer Beschreibung handelt, mit der nicht ein zu beseitigender Mißstand beschrieben werden soll, sondern die grundsätzliche Situation zwischen Männern und Frauen, die man nur abschaffen kann, wenn man die Tatsache abschafft, daß es zwei verschiedene Geschlechter gibt. Der Sexualwissenschaftler Rüdiger Lautmann konstatiert mit Beklemmung, wie sich die Botschaft der sechziger Jahre, Sex sei harmlos, spätestens seit den achtziger Jahren in ihr Gegenteil verkehrt hat: Sex ist seither eine Form von Machtausübung. Das Schlagwort von der “Zwangsheterosexualität” ist da ebenso sprechend wie der Slogan “Pornographie ist die Theorie, Vergewaltigung die Praxis”. War die Metapher des 19. Jahrhunderts für Sex “Prostitution”, so ist sie für das späte 20. Jahrhundert “Gewalt”.

Es kann kein Zufall sein, daß dem oben zitierten Frauenratgeber auch der weibliche Selbsthaß in die Aufzählung männlicher Gewaltakte gerutscht ist. In der Tat läuft die gegenwärtige Frauenpolitik mit ihrem Wahn von der totalen Gleichstellung auf die Auslöschung eines der beiden Geschlechter hinaus ­ frappierenderweise aber eben des weiblichen. Alles Frauenspezifische ­ in erster Linie natürlich das Kindergebären ­ wird ausgeblendet oder als eine auf beide Lebenspartner zu verteilende Last beschrieben. Wieder und wieder beklagt Frauenministerin Bergmann, die Aufteilung der Hausarbeit und Kinderpflege bleibe weit hinter den gesetzlichen Möglichkeiten zurück. Auch wenn sie es nicht ganz so deutlich sagt, kann sie sich dafür aber offenbar doch keine anderen Gründe vorstellen, als daß die Frauen gegen ihren Willen zu diesen menschenverachtenden Tätigkeiten gezwungen werden ­ sicher mit einem ganzen Bündel von Gewaltakten.

Schade, daß auch eine rot-grüne Regierung, der man etwas mehr Enthusiasmus für die frei disponierende Bürgerin gewünscht hätte (der sie ja mit ihrer Bildungspolitik erheblich auf den Weg geholfen hat), so zäh am Opferstatus von Frauen festhält. Vielleicht könnte ein bißchen unerschrockene Empirie hier weiterhelfen. Dann würde sich herausstellen, was Katharina Rutschky in ihrem neuen Buch vermutet: daß Männer und Frauen den Haushalt als Bühne für den Geschlechtsunterschied benutzen. Die Freiheit nehmen sie sich.

Mariam Lau lebt als freie Publizistin in Berlin.

© DIE WELT, 31.3.1999

Leserbrief von Dr. Karin Jäckel:

Mariam Lau hat es auf den Punkt gebracht: Die aktuelle Frauenpolitik agiert wirklichkeitsfremd und dient allenfalls insofern den Interessen der Frauen, als sie dem vergleichsweise kleinen Trupp der Ministerinnen, Frauenbeauftragtinnen, Gleichstellungsbeamtinnen und Leiterinnen zahlloser staatliche geförderter Frauenprojekte in ABM-Manier den Job erhält.

Anstatt die in Deutschland längst erreichte Gleichberechtigung der Frau zu begrüßen und ein partnerschaftliches Miteinander der Geschlechter zu fördern, wird die Gleichberechtigung negiert und durch eine in Einpeitschermanier betriebene Männer-Verhetzung ein Geschlechterkampf sondergleichen angeheizt.

Auf der Strecke bleiben neben Familien und Kindern die Frauen selbst, deren Unmündigkeit durch die gebetsmühlenartige Neuerfindung ihrer Opferrolle erst kunstvoll erzeugt wird.

Dr. Karin Jäckel, Autorin u.a. “Der gebrauchte Mann – Abgeliebt und abgezockt – Väter nach der Trennung”

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